Samstag, 4. Juli 2009

Cogito ergo sum :-)

Bis eben hab ich doch glatt annehmen müssen, dass uns 105 Millionen deutschen Muttersprachlern und Muttersprachlerinnen in all den Jahren über Jahren ein Wort abhanden gekommen ist. Stutzig wurde ich, als ich in einer ruhigen Minute so über Grammatik im Allgemeinen, Verben im Speziellen und Modalverben im ganz Besonderen nachsinniert habe.
  • Wollen - ich will
  • Können - ich kann
  • Dürfen - ich darf
  • Sollen - ich soll
  • Mögen - ich mag
  • Müssen - ich muss
  • Und dann: ........ - ich möchte
Das "möchte" kommt wie ein Unding aus dem absoluten Nichts. Heisst das etwa, dass wir naturgemäss und ursprünglich nicht möchten sollen dürfen hätten? Schliesslich sind "dürfen", "können", "müssen", "sollen", "wollen" und "mögen" allesamt Modalverben, die ein Vollverb dahingehend modifizieren, dass sie ausdrücken, ob die Handlung z.B. möglich, gewollt oder notwendig ist. "Möchten" ist also weder möglich noch gewollt noch notwendig. Hoppela!

Dann aber hab ich röscherschiert. Und siehe da: "Möchten" ist irgend wie über 7 Ecken mit "mögen" verwandt. Konjunktiv II nennt sich das. Und dann hab ich noch weiter geforscht und erfahren, dass der Konjunktiv II auch Irrealis genannt wird. Wörtlich steht bei Wikipedia: Der Konjunktiv II wird verwendet, um unmögliche und unwahrscheinliche Bedingungen oder Bedingungsfolgen zu benennen oder um auszudrücken, dass unter mehreren an sich möglichen Folgen infolge menschlicher Entscheidungen durch Ermessensgebrauch eine bestimmte Folge ausscheiden werde. Durch die Formulierung von Bedingungen und ihren Folgen lassen sich auch Vorstellungen und Wünsche, die wahrscheinlich nicht eintreten werden oder unmöglich sind, oder die Zweifel des Sprechers an bestimmten Sachverhalten zum Ausdruck bringen.


Oder um es auf den Punkt zu bringen: Möchten sollen wir nicht haben wollen dürfen! :-)