Ich bin vor 1980 geboren und so kamen grad ein paar schöne Erinnerungen an meine eigene Kindheit und Jugend auf:
- Mit 3 stand ich zum ersten Mal auf den Skiern - und das ganz ohne Helm. Ich war wohl ein kleiner Pisten-Rowdy, denn ich hab mir in den ersten 10 Jahren mindestens 5 Hirnerschütterungen auf der Skipiste (weitere beim Schlitteln, beim Hüpfen und beim Rennen!) eingefangen. Einmal fiel ich gar in Ohnmacht, als der Bügelwart den Skilift zu spät gestoppt hat und mir die Eisenrolle, die an einem Bügel ins Tal transport wurde, mit voller Wucht an den Kopf knallte. Ich kann mich nur noch daran erinnern, wie besagter Bügelwart rief "Bück dich!" - und schon wurde ich gebückt. Und die Konsequenz aus all diesen Erschütterungen? Ich musste mir auf Mamis Geheiss in der Folge DIE Mütze schlechthin aufsetzen: SKA, sag ich hier nur... Grrr, wie hab ich das gehasst!
- Als ich als Teenie das erste Mal als Mädchen vom Lande alleine in der Grossstadt (Basel!) unterwegs war, landete ich gleich bei den Scientologen und musste dort in einem stillen Kämmerlein einen Psycho-Test ausfüllen, den ich natüterli ganz fürchterlich verhaute. Nach diesem Test war ich mehr als nur am Boden zerstört und so kaufte ich tatsächlich noch ein Buch für 100 Stutz, um durch die Lektüre von Lafayette Ron Hubbards schlauen Zeilen wenigstens das Defizit ein klein wenig wieder auszugleichen.
- Die Bahnverbindungen waren damals noch nicht sooo toll und so war Autostopp vielmals die schnellste Möglichkeit um von A (sprich Visp) nach B (sprich Brig) in den Ausgang zu kommen. Und umgekehrt. Das war bei uns Jungen absolut normal. Meine Freundin und ich fanden das damals sogar so spannend, dass wir einmal von Visp etappenweise per Autostopp ins Goms (rund 50 km) gereist sind. Man lernte dabei auch sooo viele Menschen kennen! Heute wäre das ja ein absolutes No-Go.
- Auch ich bin zu Fuss zur Schule marschiert. Bis zum Kindergarten hatte ich damals rund 10 Minuten, zur Primarschule (1. - 4. Klasse) knapp 2 Minuten und dann (5. - 6. Klasse) 10 Minuten und bis zum Schulhaus für die Orientierungsschule warens dann schon 25 Minuten. Diesen Weg ging ich morgens hin, mittags zurück, nachmittags wieder hin und abends zurück.
- Meinen ersten Geschäftsbrief schrieb ich im 1. Lehrjahr auf einer elektrischen Schreibmaschine. Mit Durchschlagspapier! Eine Delete-Taste gab es damals leider noch nicht - und so schrieb ich diesen ersten Brief nicht nur einmal, sondern sage und schreibe ganze siebenundzwanzigmal, bis ich das Teil endlich, endlich fehlerfrei hingekriegt habe. Aber wie gesagt: Es war mein erster Brief in meinem ersten Lehrjahr.
- Mein Mami war von Beruf Mutter und Hausfrau. Auch die Mutter von Chantal, von Pascal, von Claudia, Cynthia, Sandra, Doris, Rafaela, von Veith, von Thomas und von Luca. Kurzum: Ich kannte keine einzige Mutter, die ausser Haus einem Job nachging.
- In meiner Klasse (1. bis 9.) waren exakt drei Nicht-Walliser: Eine Solothurnerin, ein Basler und ein Berner!
- Fastfood? Junkfood? Gabs bei uns nicht! Meinen ersten Hamburger ass ich mit 18 - und dieser flutschte mir prompt aus dem Brötchen raus auf meinen Schoss. Danach liess ich 10 Jahre lang die Finger von diesem - im wahrsten Sinne des Wortes - Fastfood. Das ging mir einfach zu schnell :-)
- Den Short Message Service (SMS) "brauchte" ich erstmals mit 27.
- Die Ferien verbrachten wir mehrheitlich in unserem Chalet im Obergoms. Abends holten wir die - noch warme - Milch mit dem Kännchen jeweils direkt in der Sennerei. Quasi frisch-gemolken.
- Ich kann mich noch an die Zeit erinnern, als wir nur drei Fernsehsender empfangen haben. Später - und dies über viele Jahre hinweg - warens dann 6: SF DRS, TSR, TSI, ARD, ZDF und ORF1. Als dann irgend wann noch RTL dazu kam, war das eine kleine Sensation. Sooo viel Auswahl! Buah!
- Unser Telefon (mit Wählscheibe) stand im Korridor. Nicht schnurlos, also mit Schnur. Sinnlose Telefonitis war damit praktisch ausgeschlossen.
- Eine Geschirrspülmaschine gabs damals noch nicht. Am Wochenende mussten wir drei Kinder abwechslungsweise entweder den Spül- oder den Abtrockdienst übernehmen. Das war bei einer 5-köpfigen Familie schon ne rechte Büez. Und ganz arg wars, wenn dann noch das Geschirr von irgend welchen Gästen dazu kam.
- und und und :-)
